Neuland

Geförderte Projekte

Am KIT enstehen stets neue Innovationen, Technologien oder Verfahren. Ein wichtiger Schritt zum erfolgreichen Technologietransfer ist die Kooperation mit einem Industriepartner. In der folgenden Übersicht stellen wir Ihnen eine Auswahl erfolgreicher TT-Projekte des KIT vor.

Biaxiale Messeinrichtung

Institut: Institut Entwerfen und Bautechnik, Fachgebiet Bautechnologie

Kooperationspartner: MICRO-EPSILON MESSTECHNIK GmbH & Co. KG

Beginn: 01.09.2016

Dauer: 3 Jahre

Das Projekt beinhaltet die Einwicklung einer Messvorrichtung für flächige Bauteile, um die Abhängigkeit von Normal- und Schubspannungen zu geometrisch und physikalisch nicht linearen Verzerrungen zu bestimmen. 

Die biaxiale Messeinrichtung hat zum Ziel, mit einem neuen Algorithmus und einer akkuraten Messtechnik Werkstoff-Parameter in flächigen, inhomogenen und anisotropen Werkstoffen für beliebige ebene Spannungs- und Verzerrungszustände zu bestimmen. Die Besonderheit liegt im Aufbringen eines Normalspannungszustandes bei gleichzeitigen Verrauten der Proben in ein beliebiges Viereck für anisotrope Werkstoffe und Verzerrungen, von bis zu 100 % Dehnung und einem Innenwinkel von 45° zwischen benachbarten Kanten. Das Entwickeln der Versuchseinrichtung umfasst die Konstruktion, die Einspannung der Proben in die Zugvorrichtung, das Entwickeln des Auswertungsalgorithmus  und die Weiterentwicklung der optischen Messtechnik. Offene Aufgaben, die bei der optischen Messung zu lösen sind, ist das dehnungsgesteuerte und geschwindigkeitsgesteuerte Durchführen von Versuchen, und die Genauigkeit bei geringen Verzerrungen.

Bild: Prototyp der Versuchsinrichtung am FG Bautechnologie 

 

 

Driving simulator in China

Institut: Institut für Informationsmanagement im Ingenieurwesen (IMI)

Industriepartner: Hangzhou tuobaba Technology Co. Ltd

Kooperationspartner: Jiangyin Sino-German Technology Transfer Center Co., Ltd.

Beginn: 01.09.2016

Dauer: 2 Jahre

Im Rahmen des TT-Projekts „Driving Simulator in China“ wird ein neuartiger Fahrsimulator für Fahrschulen in China entwickelt, der realitätsnahes Fahrtraining mittels Virtual Reality Hardware ermöglicht.

Aufgrund der steigenden Nachfrage erfahren Fahrschulen in China einen enormen Andrang. Für Entlastung soll der Driving Simulator sorgen: Er ermöglicht den Fahrschülern ein immersives und realitätsnahes Fahrtraining in einem realen PKW. Mithilfe einer aufwändigen Projektionstechnik lassen sich Fahrumgebung und verschiedenste Verkehrssituationen virtuell darstellen. Die Hardware erkennt Interaktionen des Fahrers durch Eingabegeräte wie Lenkung oder Pedale und passt die Simulation in Echtzeit an. Auch theoretisches Wissen über Straßenschilder oder Verkehrsregeln kann mit dem Fahrsimulator vermittelt werden. Durch bestimmte Schnittstellen kann ein normales Fahrzeug zu einem Fahrsimulator umgerüstet werden, ohne die äußere Erscheinungsform zu verändern. Das integrierte Tutoring System ermöglicht es dem Fahrlehrer, Aufgaben zu konfigurieren, das Fahrverhalten der Schüler zu bewerten und Profile von Nutzern zu erstellen.
Zum Einsatz kommen soll der Simulator nicht nur in Fahrschulen, sondern auch an öffentlichen Orten.

Kryogener Durchflusssensor

Institut: Institut für Technische Thermodynamik und Kältetechnik (ITTK)

Kooperationspartner: WEKA AG

Beginn: 01.11.2013

Dauer: 3 Jahre 11 Monate

Ziel des TT-Projekts „Kryogener Durchflusssensor“ ist die Entwicklung eines kommerziellen Durchflusssensors für Tieftemperaturanwendungen auf Basis eines neuartigen thermischen Messverfahrens.

Am KIT wurde ein neues thermisches Messverfahren zur Durchflussmessung von Gasen und Flüssigkeiten in Rohrleitungen entwickelt, dessen herausragendes Merkmal die Fähigkeit zur Eigenkalibrierung ist. Dadurch kann die Kalibrierung jederzeit erfolgen, vor allem auch im regulären Betrieb einer verfahrenstechnischen Anlage. Diese Eigenschaft ist insbesondere für Tieftemperaturanwendungen relevant, da eine Kalibrierung beim Hersteller mit z.B. tiefkaltem Helium oder Wasserstoff mit enormem Zeit- und Kostenaufwand verbunden wäre. Dies ist ein wesentlicher Grund dafür, warum in der Kryotechnik nur wenige Sonderlösungen existieren.
Im Rahmen eines Technologietransferprojekts zusammen mit der WEKA AG (Bäretswil, Schweiz) wird ein kryogener Durchflusssensor nach dem neuen Messverfahren als verkaufsfähiges Produkt entwickelt, einschließlich der dafür erforderlichen Elektronik. Neben dem Institut für Technische Thermodynamik und Kältetechnik (ITTK) sind seitens KIT das Institut für Prozessautomatisierung und Elektronik (IPE) und das Institut für Technische Physik (ITEP) beteiligt.
Das neuartige Messverfahren wurde beim KIT-Wettbewerb „NEULAND“ im Jahr 2013 mit dem 2. Platz in der Rubrik „Ideenwettbewerb“ ausgezeichnet. Im Jahr 2014 gewann das Projekt den 1. Preis in der Kategorie „Sonderpreis Transferprojekte“.

KALIBIO

Institut: Institut für Technische Chemie (ITC)

Kooperationspartner: VITROCELL Systems GmbH, Waldkirch

Beginn: 2012

Dauer: 3 Jahre

Das Projektteam entwickelt in Kooperation mit der VITROCELL Systems GmbH ein automatisiertes System für die Exposition von Lungenzellen gegenüber ultrafeinen Aerosolen.

Bei der Air-Liquid-Interface (ALI) Exposition werden Zellkulturen Gasen oder Aerosolen ausgesetzt und im Anschluss deren biologische Wirkung untersucht. Die ALI-Technik hat entscheidende Vorteile, da die Lungenzellen unter physiologischen Bedingungen behandelt werden und die niedrige Partikeldosis gemessen wird.
Im Projekt KALIBIO wurde ein automatisiertes Messgerät zur ALI-Exposition von Bioassays entwickelt und am Markt eingeführt. Basierend auf Kampagnenerfahrungen wurden Safe-by-Design-Lösungen für den Betrieb und die Experimente entwickelt und implementiert. Das Expositionssystem wird mittlerweile von Forschungsinstituten in München, Rostock, Oslo (Norwegen) und Bilthoven (Niederlande) eingesetzt um die Toxizität von Nanopartikeln aus Industrie und Verbrennung zu bewerten.

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