Neuland

Technologietransfer-Projekte

In der Regel sind Forschungsergebnisse noch einen großen Schritt von einem konkreten Produkt entfernt. Für die Marktrelevanz muss weiter in die Entwicklung der Technologie, des Verfahrens oder der Software investiert werden.

Um die entstehende Finanzierungslücke zu schließen, gibt es am KIT „TT-Projekte“. Das sind Technologietransfer-Projekte, die von einem Institut gemeinsam mit einem Industriepartner durchgeführt werden und in die das KIT eigene zentrale Mittel investiert.

Das KIT und ein Industriepartner entwickeln eine Idee, Forschungsergebnisse oder Technologie bis zum marktreifen Produkt oder Verfahren weiter. Der finanzielle Aufwand wird hälftig vom Innovationsfonds und dem Partner getragen. Anschließend wird das Produkt vom Industriepartner vermarktet. Der Erfolg am Markt entscheidet über die Rückflüsse an das KIT, welche zwischen dem Wissenschaftler, dem Institut und dem Innovationsfonds aufgeteilt werden.

Sie sind an einer Förderung durch den NEULAND – Innovationsfonds interessiert? Dann kontaktieren Sie bitte unsere Ansprechpartner. Sie prüfen, ob alle Voraussetzungen erfüllt sind und unterstützen Sie bei der TT-Antragserstellung. Informationen zum Aufbau des TT-Antrags finden Sie in unseren Richtlinien.

Ansprechpartner

Frauke Helms

Frauke Helms

Innovationsmanagerin
(Momentan in Elternzeit)
Telefon: +49 721 608-25335
E-Mail: frauke.helms@kit.edu

Dagmar Vössing

Dagmar Vössing

Leitung Technologietransfer
Telefon: +49 721 608-25582
E-Mail: dagmar.voessing@kit.edu

Der Weg zum Technologietransfer-Projekt

Der Innovationsfonds ist weder an ein bestimmtes Programm oder Themengebiet, noch an Laufzeit, Höhe des Budgets oder eine Ausschreibungsdeadline gebunden. Über die individuelle Förderung entscheidet das Marktpotenzial der Produktidee. Je höher das spätere Marktpotenzial und damit der zu erwartende Umsatz (ROI) eingeschätzt wird, desto mehr kann in die Produktentwicklung investiert werden.

Voraussetzung für eine Investition aus dem Fonds ist lediglich die Bereitschaft eines Industriepartners sich sowohl fachlich als auch finanziell an dem Projekt zu beteiligen, indem er die bei ihm anfallenden Kosten selbst trägt. Die gesamten Projektkosten des Instituts werden über den Fonds vorfinanziert und sollen sich nach der Markteinführung durch eine Beteiligung am späteren Umsatz (ROI) des Unternehmens refinanzieren. Je höher das spätere Marktpotential der Produktidee und damit der zu erwartende ROI eingeschätzt wird, desto mehr kann im Vorfeld in die Produktentwicklung investiert werden.

Sie können jederzeit einen Antrag auf Förderung einreichen. Antragsbegutachtungen für den Innovationsfonds finden das ganze Jahr über laufend durch eine Präsidiumskommission statt.

Ansprechpartner

Frauke Helms

Frauke Helms

Innovationsmanagerin
(Momentan in Elternzeit)
Telefon: +49 721 608-25335
E-Mail: frauke.helms@kit.edu

Dagmar Vössing

Dagmar Vössing

Leitung Technologietransfer
Telefon: +49 721 608-25582
E-Mail: dagmar.voessing@kit.edu

Geförderte Projekte

Am KIT enstehen stets neue Innovationen, Technologien oder Verfahren. Ein wichtiger Schritt zum erfolgreichen Technologietransfer ist die Kooperation mit einem Industriepartner. In der folgenden Übersicht stellen wir Ihnen eine Auswahl erfolgreicher TT-Projekte des KIT vor.

Biaxiale Messeinrichtung

Institut: Institut Entwerfen und Bautechnik, Fachgebiet Bautechnologie

Kooperationspartner: MICRO-EPSILON MESSTECHNIK GmbH & Co. KG

Beginn: 01.09.2016

Dauer: 3 Jahre

Das Projekt beinhaltet die Einwicklung einer Messvorrichtung für flächige Bauteile, um die Abhängigkeit von Normal- und Schubspannungen zu geometrisch und physikalisch nicht linearen Verzerrungen zu bestimmen. 

Die biaxiale Messeinrichtung hat zum Ziel, mit einem neuen Algorithmus und einer akkuraten Messtechnik Werkstoff-Parameter in flächigen, inhomogenen und anisotropen Werkstoffen für beliebige ebene Spannungs- und Verzerrungszustände zu bestimmen. Die Besonderheit liegt im Aufbringen eines Normalspannungszustandes bei gleichzeitigen Verrauten der Proben in ein beliebiges Viereck für anisotrope Werkstoffe und Verzerrungen, von bis zu 100 % Dehnung und einem Innenwinkel von 45° zwischen benachbarten Kanten. Das Entwickeln der Versuchseinrichtung umfasst die Konstruktion, die Einspannung der Proben in die Zugvorrichtung, das Entwickeln des Auswertungsalgorithmus  und die Weiterentwicklung der optischen Messtechnik. Offene Aufgaben, die bei der optischen Messung zu lösen sind, ist das dehnungsgesteuerte und geschwindigkeitsgesteuerte Durchführen von Versuchen, und die Genauigkeit bei geringen Verzerrungen.

Bild: Prototyp der Versuchsinrichtung am FG Bautechnologie 

 

 

Driving simulator in China

Institut: Institut für Informationsmanagement im Ingenieurwesen (IMI)

Industriepartner: Hangzhou tuobaba Technology Co. Ltd

Kooperationspartner: Jiangyin Sino-German Technology Transfer Center Co., Ltd.

Beginn: 01.09.2016

Dauer: 2 Jahre

Im Rahmen des TT-Projekts „Driving Simulator in China“ wird ein neuartiger Fahrsimulator für Fahrschulen in China entwickelt, der realitätsnahes Fahrtraining mittels Virtual Reality Hardware ermöglicht.

Aufgrund der steigenden Nachfrage erfahren Fahrschulen in China einen enormen Andrang. Für Entlastung soll der Driving Simulator sorgen: Er ermöglicht den Fahrschülern ein immersives und realitätsnahes Fahrtraining in einem realen PKW. Mithilfe einer aufwändigen Projektionstechnik lassen sich Fahrumgebung und verschiedenste Verkehrssituationen virtuell darstellen. Die Hardware erkennt Interaktionen des Fahrers durch Eingabegeräte wie Lenkung oder Pedale und passt die Simulation in Echtzeit an. Auch theoretisches Wissen über Straßenschilder oder Verkehrsregeln kann mit dem Fahrsimulator vermittelt werden. Durch bestimmte Schnittstellen kann ein normales Fahrzeug zu einem Fahrsimulator umgerüstet werden, ohne die äußere Erscheinungsform zu verändern. Das integrierte Tutoring System ermöglicht es dem Fahrlehrer, Aufgaben zu konfigurieren, das Fahrverhalten der Schüler zu bewerten und Profile von Nutzern zu erstellen.
Zum Einsatz kommen soll der Simulator nicht nur in Fahrschulen, sondern auch an öffentlichen Orten.

Kryogener Durchflusssensor

Institut: Institut für Technische Thermodynamik und Kältetechnik (ITTK)

Kooperationspartner: WEKA AG

Beginn: 01.11.2013

Dauer: 3 Jahre 11 Monate

Ziel des TT-Projekts „Kryogener Durchflusssensor“ ist die Entwicklung eines kommerziellen Durchflusssensors für Tieftemperaturanwendungen auf Basis eines neuartigen thermischen Messverfahrens.

Am KIT wurde ein neues thermisches Messverfahren zur Durchflussmessung von Gasen und Flüssigkeiten in Rohrleitungen entwickelt, dessen herausragendes Merkmal die Fähigkeit zur Eigenkalibrierung ist. Dadurch kann die Kalibrierung jederzeit erfolgen, vor allem auch im regulären Betrieb einer verfahrenstechnischen Anlage. Diese Eigenschaft ist insbesondere für Tieftemperaturanwendungen relevant, da eine Kalibrierung beim Hersteller mit z.B. tiefkaltem Helium oder Wasserstoff mit enormem Zeit- und Kostenaufwand verbunden wäre. Dies ist ein wesentlicher Grund dafür, warum in der Kryotechnik nur wenige Sonderlösungen existieren.
Im Rahmen eines Technologietransferprojekts zusammen mit der WEKA AG (Bäretswil, Schweiz) wird ein kryogener Durchflusssensor nach dem neuen Messverfahren als verkaufsfähiges Produkt entwickelt, einschließlich der dafür erforderlichen Elektronik. Neben dem Institut für Technische Thermodynamik und Kältetechnik (ITTK) sind seitens KIT das Institut für Prozessautomatisierung und Elektronik (IPE) und das Institut für Technische Physik (ITEP) beteiligt.
Das neuartige Messverfahren wurde beim KIT-Wettbewerb „NEULAND“ im Jahr 2013 mit dem 2. Platz in der Rubrik „Ideenwettbewerb“ ausgezeichnet. Im Jahr 2014 gewann das Projekt den 1. Preis in der Kategorie „Sonderpreis Transferprojekte“.

KALIBIO

Institut: Institut für Technische Chemie (ITC)

Kooperationspartner: VITROCELL Systems GmbH, Waldkirch

Beginn: 2012

Dauer: 3 Jahre

Das Projektteam entwickelt in Kooperation mit der VITROCELL Systems GmbH ein automatisiertes System für die Exposition von Lungenzellen gegenüber ultrafeinen Aerosolen.

Bei der Air-Liquid-Interface (ALI) Exposition werden Zellkulturen Gasen oder Aerosolen ausgesetzt und im Anschluss deren biologische Wirkung untersucht. Die ALI-Technik hat entscheidende Vorteile, da die Lungenzellen unter physiologischen Bedingungen behandelt werden und die niedrige Partikeldosis gemessen wird.
Im Projekt KALIBIO wurde ein automatisiertes Messgerät zur ALI-Exposition von Bioassays entwickelt und am Markt eingeführt. Basierend auf Kampagnenerfahrungen wurden Safe-by-Design-Lösungen für den Betrieb und die Experimente entwickelt und implementiert. Das Expositionssystem wird mittlerweile von Forschungsinstituten in München, Rostock, Oslo (Norwegen) und Bilthoven (Niederlande) eingesetzt um die Toxizität von Nanopartikeln aus Industrie und Verbrennung zu bewerten.

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