Neuland

Neuigkeiten

Hier finden Sie die neusten Meldungen und Nachrichten aus dem KIT rund um die Themen Innovation, Technologie und Gründungen.

Die Gründer Dr. Paolo Piermartini, Dr. Tim Böltken, Prof. Peter Pfeifer und Philipp Engelkamp
Die Gründer Dr. Paolo Piermartini, Dr. Tim Böltken, Prof. Peter Pfeifer und Philipp Engelkamp (v.l.n.r.) vor der INERATEC Power-to-Liquid-Anlage.

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Gas-to-Liquid im Kompaktformat

Das Spin-off INERATEC GmbH entwickelt mikrostrukturierte Reaktoren zur Umwandlung von Gasen in flüssige, synthetische Kraftstoffe. Die containerbasierten Anlagen, die von den Gründern Dr. Paolo Piermartini, Dr. Tim Böltken, Prof. Peter Pfeifer und Philipp Engelkamp entwickelt wurden, ermöglichen eine dezentrale Anwendung dort, wo Bedarf entsteht. Mit ihrer innovativen Kompaktheit hebt sich die INERATEC-Anlage von großen Chemieanlagen ab, in denen dieser Prozess bislang stattgefunden hat. Damit können sich auch kleine und mittlere Gasmengen in Kraftstoffe sowie in hochwertige Wachse umwandeln lassen. Zum Einsatz kommt die Technologie nun in einem Pilotprojekt mit dem VTT Technical Research Center of Finland Ltd, bei dem die weltweit erste Kompaktanlage für die Erzeugung erneuerbarer, synthetischer Flüssigkraftstoffen aus Sonnenenergie und Luft mit dem innovativen Reaktordesign von INERATEC ausgestattet wurde. Das KIT ist seit August 2016 an INERATEC beteiligt. Am KIT entwickelte Technologien mit guter Wachstumsprognose erhalten über eine Beteiligung Zugang zur technischen Infrastruktur des KIT und Unterstützung bei der Etablierung am Markt.

Dr. Alexandra Matzke-Ogi und Dr. Matthias Klaften
Die Gründer der amcure GmbH: Dr. Klaus Dembowsky, Dr. Alexandra Matzke-Ogi und Dr. Matthias Klaften (v.l.n.r.)

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Erste klinische Tests an Krebspatienten

Die Ausgründung amcure GmbH des KIT forscht an einem neuartigen Medikament gegen Krebserkrankungen: Ein Peptid, das Tumore eindämmt und Krebszellen an der Bildung von Metastasen hindert. Das Gründerteam aus Dr. Alexandra Matzke-Ogi und Dr. Matthias Klaften wurde im Mai 2015 durch Dr. Klaus Dembowsky erweitert. Das Team geht nun den ersten Schritt in der Arzneimittelentwicklung mit der klinischen Erprobung am Menschen. Der Wirkstoff AMC303 wird in einer klinischen Studie an Krebspatienten getestet. Dabei wird der Wirkstoff als Monotherapie auf Sicherheit, Verträglichkeit und Pharmakokinetik mit mehrfachen und sich steigernden Dosierungen untersucht. Sollte diese Dosis-Eskalation erfolgreich sein, wird die Studie mit Augenmerk auf die Wirksamkeit bei der Tumorbehandlung ausgeweitet.

Straßenleuchten
Symbolbild

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Sparsame LED-Straßenleuchten

Mit einer neuartigen LED-Schaltung konnten Wissenschaftler am KIT eine deutliche Steigerung bei Wirkungsgrad und Lebensdauer, mehr Sicherheit und ein schöneres Licht für Straßenleuchten erzielen. Möglich ist ein Einsparungspotenzial von bis zu 20 % gegenüber herkömmlichen LEDs, wodurch nicht nur Kosten, sondern auch der CO2 –Ausstoß reduziert werden kann. Momentan ist die Umstellung der alten konventionellen, stromfressenden Straßenbeleuchtung auf LED-Technik in vielen Städten und Gemeinden in vollem Gange. Erste Industriepartner befinden sich schon in der Produktentwicklung auf Grundlage der Karlsruher Technik. „Die innovative Technologie erlaubt es uns erstmals, blendfreie Leuchten mit hohem Wirkungsgrad zu konstruieren, die höchsten Sicherheitsstandards entsprechen“, so Klaus Müller, Geschäftsführer von Gratz Luminesance. „Ersten Testkunden werden wir noch in diesem Jahr unsere Leuchte zu Testzwecken zur Verfügung stellen können.“

Professor Christian Koos
Professor Christian Koos

Potenziale

Aus Forschung Innovation machen

Der Europäische Forschungsrat ERC fördert zwei innovative Ideen des KIT. Für die ersten Schritte auf dem Weg aus der Grundlagenforschung an den Markt erhalten die Projekte nun jeweils fast 150.000 Euro. Die sogenannten „Proof of Concept Grants“ dienen dazu, anwendungsrelevante Forschungsarbeiten für den Markt weiterzuentwickeln. Die beiden Projekte von Professor Christian Koos (s. Bild) und Professor Jan G. Korvink beschäftigen sich mit der Datenübertragung mittels Licht beziehungsweise mit der Analyse von biologischen Proben.

Gründerberater Dr. Rolf Blattner von IRM im Gründergespräch.
Dr. Rolf Blattner der DE IRM im Gründergespräch.

Potenziale

KIT fördert Gründer vorbildlich

Im Gründungsradar 2016 bestätigt der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft dem KIT eine vorbildliche Gründungsförderung. In der Gruppe der 34 großen deutschen Hochschulen belegt das KIT Platz zwei – und bestätigt damit seine guten Platzierungen der Vorjahre. „Das Fördern von Gründerinnen und Gründern ist ein wesentliches Element der Innovationskultur am KIT“, unterstreicht Professor Thomas Hirth, Vizepräsident für Innovation und Internationales am KIT. „Die Überführung von Erkenntnis in Anwendung begreifen alle Mitglieder des KIT als ihren Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen. Das gute Abschneiden im Gründungsradar ist daher eine große Anerkennung für alle Gründer und Innovatoren am KIT.“

Die Teilnehmer des R2B live vom 05.12.2016
Die Teilnehmer des R2B live vom 05.12.2016.

Potenziale

Innovationen live erleben

Fachvorträge, Einblicke in die Labore des KIT, Führungen und der Austausch zwischen Wissenschaftlern und Industrievertretern – das steht im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe RESEARCH TO BUSINESS live. Unternehmen können so Technologien und Trends an der Schnittstelle zur Anwendung hautnah erleben. In den halbtägigen Workshops mit wechselndem Themenfokus – zum Beispiel Akkumulatoren oder Leistungselektronik – präsentieren wissenschaftliche Beschäftigte des KIT den aktuellen Stand ihrer Forschung und öffnen ihre Labore. Die Events bringen Wissenschaft und Wirtschaft in direkten Kontakt miteinander und bieten eine erste Basis für zukünftige Kooperationen.

Technologiebörse

Per Mausklick zu innovativen Technologien des KIT

Besonders kleine und mittelständische Unternehmen sind häufig vor die Herausforderung gestellt, Lösungen für technische Probleme zu finden, die von der unternehmensinternen Entwicklung nicht geleistet werden können. Um ihre Marktposition zu halten oder neue Geschäftsfelder zu erschließen, greifen sie auf externe Expertise zurück. Das KIT unterstützt diese Unternehmen mit der Plattform RESEARCH TO BUSINESS bei der Suche nach der passenden Lösung – seien es Know-how in einem bestimmten Forschungsbereich, Technologien, Messeinrichtungen oder Prüfstände. Die Börse bietet aktuelle Informationen zu Patenten und Ansprechpartnern zu einzelnen Themen sowie komfortable Suchmöglichkeiten.

Ein druckbarer Elektrolyt.

Potenziale

Druckbarer Elektrolyt

Um Zukunftsvisionen, wie smarte Produkte, Verpackungen oder medizinische Testchips zu verwirklichen, werden elektronische Bauteile und Schaltungen benötigt, die in großer Zahl mithilfe kostengünstiger Verfahren hergestellt werden können. Am KIT entwickeln Wissenschaftler solche Komponenten, die sich kostensparend mit einem Tintenstrahldrucker drucken lassen. Als Trägermaterial eignen sich Papier, Kunststoff oder auch biegsame Folie. Ein für diese Anwendungen neu entwickelter Elektrolyt zeichnet sich durch eine ungewöhnlich gute Ionenleitfähigkeit und hohe Polarisierbarkeit aus; gleichzeitig dient er als elektrischer Isolator. Beim Auftrag noch flüssig, härtet der Elektrolyt nach einigen Sekunden zu einem elastischen, transparenten Feststoff aus. Die Bestandteile sind alle ungiftig, umweltverträglich, lange haltbar und temperaturstabil.

Ein KARIS PRO-Fahrzeugmobul im Einsatz bei Audi Sport.
Ein KARIS PRO-Fahrzeugmobul im Einsatz bei Audi Sport. (Bildquelle: Audi Sport GmbH)

Projekte

Hocheffizientes Materialversorgungssystem

Ein selbstorganisierendes Materialflusssystem, das sich der Schwarmintelligenz der Natur bedient, wird derzeit am Institut für Fördertechnik und Logistiksysteme am KIT erforscht. Das Projekt KARIS PRO wird von zahlreichen Partnern wie Audi, Bosch und ebm-papst gefördert und zielt darauf ab, ein System zu entwickeln, das Transportaufgaben flexibel und effizient bewältigt. Die Besonderheit des Systems stellt der modulare Aufbau dar: KARIS PRO besteht aus baugleichen, fahrerlosen Fahrzeugmodulen, welche drahtlos miteinander kommunizieren und selbstständig Aufträge bearbeiten. Wer welche Aufgabe übernimmt, entscheiden die dezentral gesteuerten Module gemeinsam. Bei Bedarf organisieren sie sich in einem Cluster, sodass selbst große Fördergüter, wie Paletten oder Regale, transportiert werden können. Durch die innovative Sicherheitstechnik können Personen ungestört und gefahrenfrei Seite an Seite mit KARIS PRO arbeiten. Ein manuelles Eingreifen ist jederzeit über mobile Endgeräte möglich. Inzwischen wird KARIS PRO von zwei Pilotanwendern genutzt: Audi Sport und Bosch setzen das System in ihren Produktions- und Logistikprozessen ein.

Mehr erfahren: www.karispro.de

RESTUBE-Gründer Christopher Fuhrhop in San Francisco
RESTUBE-Gründer Christopher Fuhrhop reiste Ende 2016 nach San Francisco.

Projekte

Gründer nehmen Kurs auf die USA

RESTUBE und ArtiMinds Robotics, zwei Gründungen mit Wurzeln am KIT, haben sich für den German Accelerator qualifiziert – ein Förderprogramm, das Gründer dabei unterstützt, sich ein Standbein in den USA aufzubauen. Vor Ort erhalten die Teilnehmer einen Arbeitsplatz und werden von erfahrenen Mentoren unterstützt. Durch den Zugang zu einem großen Unternehmensnetzwerk kommen sie mit potenziellen Produzenten, Kunden und Investoren in Kontakt. RESTUBE-Gründer Christopher Fuhrhop ist bereits Ende 2016 mit vielen spannenden Erfahrungen und Kontakten aus San Francisco zurückgekehrt. Seit Anfang 2017 hat ein kleines Team von ArtiMinds Robotics ein Büro in New York City bezogen, wo sie den Vertrieb ihrer Software ArtiMinds Robot Programming Suite vorantreiben.

In der Produktentwicklung werden der Wertschöpfung in der Regel etwa 22 % der Projektzeit gewidmet (Quelle: Forrester Research, 2000). Der Einsatz von SVP ermöglicht es, diesen Anteil auf 40 % zu erhöhen.

Projekte

Semantische Validierungsplattform

Im Rahmen eines Technologietransfer-Projekts entwickeln Wissenschaftler des Instituts für Produktentwicklung am KIT in Kooperation mit der AVL List GmbH eine semantische Validierungsplattform (SVP) zum Einsatz in der Fahrzeugtechnik. Dabei handelt es sich um ein Wissensmanagementsystem, das die Sicherheit von kostenwirksamen Entscheidungen nachhaltig steigern kann. Gerade in innovativen Entwicklungsprojekten ist es enorm wichtig, bereits in frühen Phasen festzustellen, ob die Kundenbedürfnisse befriedigt werden. Die Software unterstützt Ingenieure bei der Identifikation relevanter Prüfszenarien und der zielgerichteten Durchführung, wodurch Zeit und Kosten eingespart werden können. Auf Basis der Prüfergebnisse werden statistisch abgesicherte Entscheidungen getroffen. Große Potenziale bietet das System vor allem in Unternehmen mit begrenzter Erfahrungsbasis und in interdisziplinär zusammengesetzten Teams.