• Klima, Umwelt und Gesundheit
  • Materialien

Nahezu vollständiger Abbau ewiger Chemikalien

In der BRENDA-Pilotverbrennungskammer erreichten KIT-Forscher einen Abbau von polymeren PFAS von nahezu 100% und wandelten Fluor mit einer Effizienz von über 95 % in wieder verwertbare anorganische Verbindungen um. Die Studie beweist, dass heutige kommunale Müllverbrennungsanlagen diese „ewigen Chemikalien“ sicher beseitigen können.



Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) gelten als "ewige Chemikalien", die sich je nach Stoffgruppe in der Umwelt anreichern und gesundheitsschädlich sein können. Im Gegensatz zu Fluorpolymeren, die auch als „polymere PFAS“ bezeichnet werden und als nicht mobil und nicht bioakkumulierbar gelten und beispielsweise in Medizinprodukten, Halbleitern, der Luft- und Raumfahrt, der Automobilindustrie und der chemischen Verarbeitung verwendet werden, sind „niedermolekulare PFAS“ in einer Vielzahl von Verbraucheranwendungen zu finden, wie beispielsweise als wasserabweisende Imprägnierung in Textilien, Bekleidung und Papier (Pizzakartons, Burgerboxen, Backpapier). Die PFAS-Stoffgruppe umfasst etwa 10.000 Stoffe, wobei die Fluorpolymere nur eine kleine Untergruppe von 38 Stoffen darstellen. Bislang war unklar, ob und in welchem Umfang niedermolekulare PFAS durch die Verbrennung von Fluorpolymeren in die Umwelt gelangen. Forschende des KIT haben nun in der Kraftwerkspilotbrennkammer BRENDA nachgewiesen, dass europäische Hausmüllverbrennungsstandards Fluorpolymere nahezu vollständig abbauen. Bei Temperaturen von 860 Grad Celsius und zwei Sekunden Verweilzeit erreichten die Forschenden einen fluorbezogenen Abbaugrad von mehr als 99,99 Prozent. Selbst eine Erhöhung auf 1.095 Grad Celsius brachte keine signifikante Verbesserung. Die in der Brennkammer eingesetzte repräsentative Mischung umfasste 80 Prozent der weltweit genutzten Fluorpolymere, darunter u.a. Teflon® (PTFE) und PFA. Das in den Fluorpolymeren enthaltene Fluor wird zu mehr als 95 % in anorganische Fluorverbindungen überführt und in der Anlage abgeschieden. Die Ergebnisse zeigen: Moderne Müllverbrennungsanlagen können Fluorpolymere quasi restlos entsorgen – ein wichtiger Baustein für den Umgang mit dieser Stoffgruppe.

Weiterführende Links:

 

Bild: Midjourney

Diese Seite nutzt Website-Tracking-Technologien von Dritten, um ihre Dienste anzubieten. Ich bin damit einverstanden und kann meine Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen oder ändern.

Alle akzeptieren Einstellungen Nur notwendige akzeptierenImpressumDatenschutz