FEHLERSUCHE 4.0

Das Start-up SenseING entwickelt individuell angepasste Messeinheiten nach dem Prinzip von LEGO-Bausteinen und bringt mit dem modularen Sensorbaukasten SenseKIT Licht ins Dunkel: Die Kombination aus vollumfänglichem Service und moderner Hardware ermöglicht das qualitative Tracken von Liefer- und Produktionsprozessen. Fehlersuche leicht gemacht!

„Unsere Idee entstand im Rahmen eines Hackathons am wbk Institut für Produktionstechnik des KIT“, erinnert sich Sven Kruse an die Anfänge seiner Geschäftsidee zurück. „Beim Hackathon haben Kiryl Deschuk und ich uns gemeinsam mit Fehlern in der Lieferkette beschäftigt und die Hypothese aufgestellt, dass viele Fehler beim Transport passieren – wo genau, ist am Ende jedoch meist unklar. Wir haben uns Gedanken gemacht, wie man die Fehleranalyse gestalten kann und kamen schnell zum Ansatz des Condition Monitoring. Daraufhin haben wir eine Palette entwickelt, die Sensoren inklusive Ampelsystem beinhaltet, das bei Überschreitung vordefinierter Grenzwerte aufleuchtet. Mit dem Konzept konnten wir die Jury überzeugen“, so Kruse weiter.

Nach Abschluss ihres Studiums haben die Beiden gemeinsam mit Lucas Bader und Ivo Frank das Start-up SenseING gegründet, um die anfängliche Idee weiterzuentwickeln, marktreif zu machen und zu kommerzialisieren. „Wir haben schnell gemerkt, dass unser Ansatz nicht nur in der Logistik interessant ist, sondern beispielsweise auch bei Produktionsprozessen Fehler entstehen, die nicht getrackt werden. Unsere Vision ist daher die Entwicklung eines Sensorbaukastens, den man in verschiedensten Bereichen einsetzen kann, um Fehlerquellen zu minimieren“, so Kruse.

Mit ihrer Kerninnovation, dem SenseKIT, bieten sie individuell angepasste Messeinheiten in Kombination mit einem vollwertigen, aber transparenten und skalierbaren Service an, um das bisherige Black-Box-Prinzip im Kontext der Industrie 4.0 zu durchleuchten. Das Gründerteam hat einen Prototyp entwickelt, der in den kommenden Jahren zur Serienreife weiterentwickelt werden soll. „Mithilfe von Pilotprojekten wollen wir herauszufinden, wie die Anforderungen in unterschiedlichen Branchen und bei unterschiedlich großen Kunden sind. Aus individuellen Kundenproblemen leiten wir technische Anforderungen für die Hard- und Software des SenseKIT ab“, erklärt Kruse. Durch die Erkenntnisse aus den Pilotprojekten entsteht so Schritt für Schritt ein modularer Sensor-Baukasten. Je nach Kundenbedarf können die Einzelteile wie ein LEGO-Baukasten zusammengesteckt werden. Mit diesem Baukasten soll nicht nur transparent werden, wo Fehler entstanden sind, sondern nachhaltig das Beseitigen der Fehlerquellen ermöglicht werden, um schlussendlich auch einen Beitrag zur Minimierung schadhafter Produkte zu leisten.

Die Hardware wird durch eine Auswertungssoftware ergänzt. Durch die Kombination aus intuitiver Hardware und der Unterstützung bei der Datenauswertung durch SenseING können selbst Laien vom Mehrwert des SenseKIT profitieren. „Unsere Anforderung an den Baukasten ist, dass selbst unerfahrene Nutzerinnen und Nutzer die Hardware konfigurieren und Unregelmäßigkeiten in den Messwerten erkennen können“, so Kruse.

Mit dem modularen Sensorbaukasten hebt sich SenseING von der Konkurrenz ab. Die Produkte, die derzeit auf dem Markt verfügbar sind, zeichnen zwar eine Grenzwertüberschreitung auf, analysieren jedoch nicht den Fehlerhergang. Das Wann, Wo und Warum der Ursache bleibt unbeantwortet. „Wir erfassen neben den Rohdaten auch konkrete Ereignisse, sodass wir bei der Fehlermeldung auch sehen, wie der Verlauf davor und danach aussah. Zudem geben wir unseren Kunden Handlungsempfehlungen mit“, beschreibt Kruse den Mehrwert des SenseKIT.

Mit ihrer Idee tragen die Gründer zukünftig zur Reduzierung der Wegwerfgesellschaft bei. Die zunehmende Menge an Produktionen und Lieferungen sowohl für den privaten als auch den gewerblichen Bereich steigen stark an – damit nicht zuletzt auch die Fehlerhäufigkeiten und Ausschussteile. Das Tracken ist ein wichtiger Schritt in Richtung effizienter Fehlerbekämpfung 4.0.

 

Was die Gründer antreibt:

„Die Begeisterung für technische Systeme, deren Entwicklung und Überleitung von einer Idee zum Prototyp.“

Sven Kruse

„Meine Leidenschaft ist die Technik. Ich möchte meine Ideen und Gedanken in die Software-Hardware-Kombination einbringen.“

Kiryl Deschuk

„Die Hauptmotivation ist mit einem super Team an einer gemeinsamen Vision zu arbeiten.“

Lucas Bader

„Einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten, indem wir mit dem SenseKIT zur Minimierung schadhafter Produktionen beitragen.“

Ivo Frank

Infokasten

Ein Pilotprojekt läuft derzeit mit der Firma SkyTender Solutions GmbH. Ziel der Zusammenarbeit ist die Identifikation von Umgebungsbedingungen einer mobilen Getränkeanlage in der Luftfahrt. Konkret handelt es sich um Lebensdauertests für die Zulassung des Produkts. Bisher beruhen alle Annahmen von SkyTender Solutions GmbH auf statistischen Modellen. Nun sollen die Realdaten erfasst werden, denen das Produkt ausgesetzt ist, um diese in der Planung berücksichtigen zu können. Das Projekt bringt für die Entwicklung des SenseING-Baukastens wichtige Informationen. Die junge Gründung sucht noch weitere Projektpartner und Investmentkonzepte, um ihr Produkt branchenübergreifend marktreif zu machen und ein Portfolio mit Standardkonzepten entwickeln zu können.

Bilder: SenseING

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